Lichterketten, viel Glitzer, Glühwein und die Krönung: weisse Weihnachten. Wer kann diese Zeit vom Jahr nicht ganz so funkelnd und toll finden wie ich? Wenn ich diese Frage laut stellen würde, dann hätte ich drei Stimmen um mich herum, die genau auf diese Frage einige Gegenargumente hätten.

Meine Versuche, sie vom glitzrigen Gegenteil zu überzeugen sind bis jetzt noch nicht wirklich gelungen, aber ein bisschen Zeit habe ich noch bis Ende Jahr. Mit dem Praktikanten von nebenan, der Weihnachten ohne Überredungsversuche auch toll findet, habe ich mich bereits zusammengetan: „gemeinsam für mehr Weihnachtsvorfreude“ ist unser Motto – nur wer die Plätzchen backen wird, ist noch nicht ganz sicher.

Da wir hier keine Bäckerei, sondern eine Werbeagentur sind passen sich jahreszeitentsprechend die Aufträge von ganz alleine an, ganz zur Freude von mir, ganz zum Leid der kreativen Köpfe um mich herum. Das Rezept des Tages: kein Lebkuchenhaus, sondern eine Weihnachtskarte. Die dazu benötigten Zutaten: königliche Kostüme. Für unseren Kunden Immosense AG dürfen wir auch dieses Jahr dafür sorgen, dass auf kreative Weise weihnachtliche Grüsse auf einer von uns gestalteten Karte verschickt werden können.

Die Idee steht bereits: auf einem Kleiderständer hängt die Garderobe der heiligen drei Könige, der Hintergrund rustikaler Beton. Damit diese Idee authentisch verwirklicht werden kann, braucht es die passenden Kostüme. Wo sonst wenn nicht bei einem Kostümverleih könnte man die richtige Verkleidung für jeden Anlass finden? Gesagt getan: nach einer kurzen Autofahrt tauchen wir in die Welt der Charakter-Möglichkeiten ein. Von Obelix, 20er Jahre Paillettenkleid, Ritterausrüstung bis zu Pippi Langstrumpf – hier ist alles möglich.

Voller Begeisterung und gedanklich mit den Pippi-Langstrumpf-Zöpfen auf dem Kopf, geht es zielstrebig Richtung Königskostüme. Nach unzähligen Regalen voller Umhänge, Anzüge, Rüstungen und Rokoko-Fummel stehen wir da, vor den samtig glänzenden Umhängen und eines ist sicher: Hier werden selbst Weihnachtsgegner glücklich und fündig. Na gut, vielleicht nicht alle, aber ich bin es in diesem Moment von Kopf bis Fuss.

Nachdem auch der passende Turban und die Krone, wohl bemerkt auf einer anderen Etage – ja hier hat es mehrere Etagen mit Kostümen – ausgesucht wurden, geht es zurück ins Büro. Die spontane Anprobe der Kopfbedeckung entlockt sogar einem Anti-Weihnachts-Grafiker ein Schmunzeln. Das morgige Fotoshooting mit den drei königlichen Hauptdarstellern kann also kommen.

Voll bepackt geht es am nächsten Tag los. Alles aufgebaut und die weihnachtliche Stimmung in Form eines Teelichtes erzeugt, wird losgeknipst. Überzeugt bin ich seit dem Moment, als der erste Umhang ausgepackt wurde, wobei das weniger als repräsentativ angesehen werden kann. Einige Bilder und Variationen an Kronenkombinationen sind auch die beiden Schwindl Schär-Könige zufrieden, was wiederum als repräsentativ angesehen werden kann.

Ganz ohne Glitzer und Lichterketten, aber dafür mit Samt und einem Teelicht, glänzt das Fotoergebnis. Was jetzt noch fehlt ist die passende Headline. Es braucht wie immer eine kreative Idee und ein Zusammendenken auf vielen Ebenen: Weihnachten, Wohlfühlen und Wohnungen. Doch auch diese Klippe wird gekonnt umschifft, und eine Weile später stehen ein paar ansehnliche Headline-Varianten zur Auswahl.

Wenn man es nicht wüsste, könnte man vermuten, dass hinter dem Endergebnis viel Weihnachtsvorfreude steckt. Und ich staune einmal mehr – in diesem Fall ­­– Weihnachtskugeln.

Egal ob mit königlichem Umhang, Paillettenkleid oder als Pippi Langstrumpf: Wir wünschen allen Festtagsbanausen und Lichterkettenfanatiker da draussen wunderschöne, besinnliche und frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Die Vorderseite der Weihnachtskarte für die Immosense AG ...Die Vorderseite der Weihnachtskarte für die Immosense AG ...... und die dazugehörige Rückseite.... und die dazugehörige Rückseite.