Ein kunterbunter Schnelldurchlauf auf hoher See.

Genau 8 ½ Monate ist es her, das ich meine ersten Erfahrungen hier bei Schwindl Schär in einem Blogartikel festgehalten habe und es fühlt sich an als wäre es gestern gewesen, na gut vorgestern. In meinem letzten Blogartikel wurden Sie zu Recht vor den Emotionen gewarnt und auch dieses Mal kann ich einen Ausschluss von sentimentalen Gefühlsausbrüchen nicht garantieren. Wie auch? Ich meine jedes Kind ist nach dem bestandenen Seepferdchen glücklich, zufrieden und grinst wie ein Honigkuchenpferd. Warum sollte ich also auf diese Gefühle verzichten? Mit einem lachenden Honigkuchengesicht und einem weinenden Auge blicke ich deswegen auf meine Schwimmlektionen zurück und schliesse den Bogen auf offener See.

Jedes einzelne Ereignis festzuhalten, würde selbst dem erfahrensten Schwimmer Seitenstechen bereiten. Deswegen werde ich versuchen die kunterbunte Vielfalt schwimmgerecht zusammenzufassen. Die erste nicht zu vergessene Lektion, Herr Gutenberg erinnert sich gut, bestand in der Herausforderung aus meinen geliebten Schachtelsätzen, auf den Punkt genaue Fünfzeiler zu machen. Bis heute habe ich eine Vorliebe für Schachtelsätze und bis heute weiss ich, das muss sich ändern. Den Glossar-Einträgen sei Dank, ging es den Schachtelsätzen an den Kragen. Adieu geliebte ausschmückende Fremdwörter, Hallo vielsagendes modernes Wort (Singular).

Im Anschluss daran und mit viel weniger Wörtern im Schlepptau ging es von Minibrands und Subzeilen über Blogartikel ins erste Kundengespräch (so sehr wie ich Wörter liebe, liebe ich auch das Reden. Und das geht im Kundengespräch wirklich sehr gut – die Vorfreude war also jedes Mal aufs Neue gross). Das Ziel dieses Treffens: Von einer Idee zur Visitenkarte zu gelangen. Für die Grafik eine gut zu lösende Aufgabe, für mich ist jeder Strich ein Phänomen. Der Blick über die Schulter bei so manch einer Gestaltung hat mir einmal mehr bewiesen: es ist definitiv eine Kunst. Jeder Gedanke, jeder Strich, jede Farbe, jede Schriftart (das nennt man übrigens Fonts) und dann bitte alles in Relation zur ursprünglichen Idee versteht sich. Das ist für mich so bewundernswert, wie für manch einen das Verständnis meiner Schachtelsätze (Wobei einem hier der gute Duden zur Unterstützung jederzeit zur Seite steht).

Neben Grafik-Nachhilfestunden und dem Einmaleins im Photoshop stets präsent war unsere neue Website – vergessen ausgeschlossen! Seiten erstellen, mit Inhalten füllen, verlinken, füllen und noch mehr füllen und verlinken. Der Weg war intensiv und die Emotionen, ich kann es nur immer wieder betonen, gerechtfertigt. Nebenher und zwischendurch durfte ich meine Schwimmtechnik in ganz neuen Bereichen ausbauen. Ein Artikel für 20 Minuten, eine Weihnachtskarte für immosense, die Partnerschaft mit Wasser für Wasser, eine Pressemitteilung oder der mich immer wieder heimsuchende und herausfordernde Newsletter von Groove Now (inzwischen ist er einer meiner Lieblingsfreunde unter den Aufgaben geworden). Jede dieser Erfahrung eigentlich einen Schachtelsatz mit ausschmückender Beschreibung wert, aber: kompliziert war ja gestern.

Dann war der Tag der Herausforderung gekommen: ein kleines eigenes Projekt. An der Tür klopfte die Projektleitung einer Vermietungsdokumentation. Alles was mir Spass macht, kam gebündelt zusammen: reden, koordinieren, absprechen, nachfragen, texten und telefonieren – und zum Schluss die Freude über das Ergebnis.

Ergebnisse die sich sehen lassen können sind toll, das Ergebnis unserer Weihnachtsfeier (kontextlos und zeitlich nicht ganz korrekt, aber das gehört bei einem sentimentalen Resümee ein wenig dazu) konnte sich auch extrem gut sehen lassen: Die ausversehen beim Weihnachtsessen in die Taschen geplumpsten Weihnachtskugeln schmückten unsere Zimmerpflanzen und brachten die Weihnachtsstimmung in diesen vier Wänden zum Beben: Meine Freude war riesig, die Freude der anderen war mindestens genauso gross, als die Kugeln Anfang Januar wieder verstaut wurden. Mein kleiner Papier-Weihnachtsbaum auf dem Schreibtisch hat allerdings nach vielen Sturzversuchen jetzt sogar ein kleines Podest bekommen und Akzeptanz erfahren. Ja, die kleinen Freuden des Lebens eben.

Jetzt den Bogen zu schliessen ist schwierig, wo es sich doch so gut schwimmt und mein Tannenbaum immer noch steht. Alle Erlebnisse unter einen Hut und in einen Blogartikel zu bekommen ist nahezu unmöglich. Die Schwimmlektionen gehen für mich hier zu Ende und ich gehe vorerst mit einem vollbepackten Rucksack weiter.

Und zielgerecht bringe ich es kurz, ohne Schachtelsatz, aber dafür mit drei einzelnen Sätzen und einem Schmunzeln auf den Punkt: Danke, es war grandios! Wie viel Spass schwimmen auf offener See macht, weiss ich jetzt. Wie Gold wert die richtigen Schwimmlehrer dabei sind, auch. [Emotionen: Ende]