«Die zarteste Tinte ist besser als das beste Gedächtnis.»

Nein, das wird jetzt nichts Esoterisches. Ich brauchte bloss einen Aufhänger für den Anfang dieses Blogbeitrags. Am Anfang gibt es ja immer irgendeine Idee. Und schwierig wird es meistens erst, wenn man sich überlegen muss, wie man diese Idee umsetzen will.

In unserem aktuellen Newsletter haben wir uns ausgiebig mit dem Thema «Vorsatz» beschäftigt. Dabei ging es uns weniger um den Inhalt dieser Vorsätze, als vielmehr um das Konzept, das dahintersteht. Dafür haben wir uns alle möglichen Ansatzpunkte für eine mögliche Definition des Begriffs Vorsatz überlegt. Neben wackligen Flamingo-Vergleichen und der Buchbindetechnik war vor allem eines spürbar: ziemlich viel Misstrauen gegenüber Vorsätzen. Funktioniert das überhaupt? Dass man sich jetzt etwas vornimmt, was man erst im Laufe des Jahres in Angriff nimmt? Was hält einen davon ab, sofort loszulegen? Und wieso hilft es manchmal, wenn man seine Pläne schriftlich ausformuliert?

Bei einer Sache waren wir uns aber sofort einig: Damit Ideen, bzw. Vorsätze wirklich umgesetzt werden, braucht es neben der anfänglichen Motivation vor allem ein Konzept. Und viel, viel Durchhaltevermögen. Warum das gerade beim Content-Marketing das tragende Element ist, will ich am Beispiel dieses Blogbeitrags verdeutlichen.

Gute Ideen können einen verrückt machen

Um das Zitat aus der Überschrift etwas genauer zu erklären, müssen wir eine kleine Zeitreise machen. Und zwar in die fiktive Werbeagentur Sterling Cooper im New York der 60er Jahre. Die US-amerikanische Serie Mad Men beschäftigt sich neben gesellschaftlichen und politischen Themen der Zeit vor allem auch mit der kreativen Arbeit der Agentur. So arbeiten Grafiker und Texter gemeinsam an der Vermarktung vielfältiger Alltagsprodukte, die in der amerikanischen Werbung für die Nachkriegsgesellschaft platziert werden sollen.

Und wieso erzähle ich das jetzt alles?

Einmal, in der 10. Episode der 3. Staffel, bekommen zwei der Kreativen den Auftrag sich Konzepte zur Bewerbung eines Telegramm-Dienstleisters auszudenken. Paul Kinsey, einer der Texter, hat nach Stunden des Kopfzerbrechens, einen genialen Einfall. Er ahnt, dass das der grosse Wurf seiner Karriere sein wird. Seines Sieges sicher, schläft er glückselig mit einer Flasche Whiskey im Arm auf dem Sofa seines Büros ein. Als Zuschauer hat man übrigens keine Ahnung, was seine Idee sein könnte.

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Am nächsten Morgen setzt er sich gut gelaunt und in der Annahme, er habe diese herausragende Idee am Vorabend zu Papier gebracht, an seinen Schreibtisch. Dort muss er feststellen, dass die Idee auf keinem Notizzettel, geschweige denn in seinem Gedächtnis, wiederzufinden ist. Als dann seine Kollegin Peggy das Zimmer betritt, erklärt er ihr niedergeschlagen was passiert ist und resümiert selbst:

«Die zarteste Tinte ist besser als das beste Gedächtnis.»

Der einzige Zeuge von Pauls Jahrhundertidee ist der offenbar sehr vergessliche Hausmeister, den er am Vorabend zufällig getroffen und eingeweiht hatte. Dieser erinnert sich ebenfalls an nichts. Dass die Macher von Mad Men ihn ausserdem ausgerechnet Achilles genannt haben, ist ein bitterer Scherz für Paul Kinsey. Für diesen Beitrag ist es aber der perfekte Ausgangspunkt: Jede Idee hat einen Haken – eine Archillesferse, wenn man so will – und zwar, dass man sie vergessen kann. Und das kann einen dann wirklich verrückt machen.

Die Raumzeit der Ideen

Wirklich? Das soll der Tipp sein? Man soll seine Ideen einfach aufschreiben?
Irgendwie ja. Denn damit fängt ja alles an.

Achtung, für Ordnungsfreaks wird das jetzt vielleicht etwas schwer zu ertragen: Manchmal, wenn ich es eilig habe, schlage ich mein Notizbuch an irgendeiner Seite auf und schreibe schnell etwas rein. Manchmal sogar auch noch schief.

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So kam es dann auch, dass ich das Titelzitat dieses Blogbeitrags beim Durchblättern meines alten Notizbuches wieder gefunden habe. Dort habe ich es vor Jahren, beim Mad Men-Schauen, aufgeschrieben. Ich dachte, dass ich vielleicht später noch mal drauf zurückkomme könnte. And here we go.

Manchmal hört, liest oder sieht man etwas, das zwar spannend klingt, aber das man nur schwer mit seinem beruflichen Umfeld in Verbindung bringen kann. Macht nichts. Eine kleine Notiz und dann kann man's (erstmal) getrost vergessen.

Wo Notizen am besten aufgehoben sind

Vor zwei Jahren ist das neue Konzept für unsere Website entstanden. Teil dieses Konzepts war auch dieser Blogbereich, in dem wir Einblicke in die Agentur, unsere Arbeitsabläufe, Projekte und Gedanken gewähren wollen. Der Vorsatz lautete: Regelmässige und relevante Einträge für unsere Websitebesucher. Und weil wir sehr misstrauisch gegenüber nur ausgesprochenen Vorsätzen sind, haben wir unsere Ideen schriftlich festgehalten. Und zwar in einem Redaktionsplan.

In diesem Redaktionsplan planen wir nicht nur, zu welchem Thema wir Blogbeiträge verfassen, sondern auch Monate im voraus, wann sie veröffentlicht werden. Worum es genau gehen soll, kann in einem Feld kurz zusammengefasst werden. So kann jeder, der auf den Plan zugreift, in einer extra Spalte Hinweise, Tipps oder interessante Quellen notieren. Ah – da sind sie ja wieder – die Notizen. Am Wichtigsten ist es natürlich festzulegen, wer den Blogbeitrag verfassen soll und auch, wer ihn Korrektur liest – und online schaltet. Um allen Beteiligten den Ablauf zu erleichtern ist es deswegen sinnvoll, in einer extra Spalte anzugeben, welchen Status der Blogbeitrag hat: Ist er bereits fertig geschrieben und bereit zur Korrektur oder noch in Arbeit? All diese organisatorischen Punkte helfen dabei, den Vorsatz, einen relevanten und aktiven Blog auf der Website zu führen, umzusetzen. Zwar bedeutet die Konzept- und Redaktionsplanerstellung erstmal einigen Aufwand im Voraus, aber gleichzeitig bietet sie auch Orientierungspfeiler und ein Grundgerüst für den zukünftigen Ablauf das Projekts. Wenn man schon Zeit und Energie in die Planung der zukünftigen Beiträge investiert hat, ist es nur noch ein kleinerer Schritt bis zur tatsächlichen Umsetzung.

Übrigens: Wir wären Ihnen gerne behilflich beim Einhalten Ihrer Vorsätze für 2019. Bis zum 22. Januar 2019 können Sie uns deswegen Ihre Vorsätze senden und an unserem Gewinnspiel teilnehmen. Wir versprechen, dass Sie Ihren Vorsatz dann aus einer ganz anderen Perspektive sehen werden.

Es gibt noch so viel zu sagen

Natürlich sind beim Eintragen in den Redaktionsplan noch nicht alle Blogbeiträge verfasst. Es geht viel mehr darum, anzufangen sich mit einem Thema zu befassen. Vielleicht findet man während eines Gesprächs mit Kollegen oder Freunden, beim Schauen einer Serie oder einfach auf der Strasse eine neue Sichtweise, die einem hilft, den richtigen Einstiegspunkt für den Beitrag zu finden.

Damit Blogbeiträge den gewünschten Mehrwert erzielen, sollten sie gut recherchiert sein. Die Inhalte dürfen nicht einfach von anderen Internetseiten kopiert werden, sondern so aufbereitet werden, dass sie für die eigenen User relevant und unterhaltsam sind. An dieser Stelle kommt ein bisschen das Notizbuchgeblätter zum Tragen, denn um regelmässig neue Inhalte zu produzieren, braucht es viele Ideen. Die Themen, die wir in unserem Blog besprechen, sind Inhalte, die uns im Agenturalltag begegnen. Und das ist so ziemlich alles von unseren aktuellen Projekten, über interessante News aus der Branche bishin zu allem, was wir sowieso schon mal sagen wollten. Darum geht's manchmal um Social Media oder um Leitungswasser oder eben um Meerestiere. Das passiert aber natürlich nicht aus reinem Sendungsbewusstsein unsererseits, sondern ist das eingangs erwähnte Content-Marketing. Wir wollen Kontakt zu Ihnen, unseren Websitebesuchern, aufnehmen, und das am besten so, dass wir eine Basis für Gespräche, neue Ideen, oder gemeinsames Projekte und Meetings schaffen.

Das Wichtigste ist neben abwechslungsreichen Themen darum vor allem nicht nur das Kontaktaufnehmen, sondern vor allem das Kontakthalten. Content-Marketing kann auf ganz verschiedenen Kanälen stattfinden. Auch offline. Ob Blog, Fachzeitschriften, Newsroom, YouTube-Channel oder Events: Das alles ist schnell vergessen, wenn man nur in unregelmässigen Abständen mal wieder etwas von Ihnen (oder in dem Fall von uns) hört, liest oder sieht. Die Planung von Content-Marketing-Massnahmen kostet Zeit, aber es bedeutet auch, dass man seine Kunden dort erreichen kann, wo sie sich über die Branche informieren, Fachwissen sammeln oder einfach mehr über das Unternehmen erfahren wollen.

Für uns gibt es jedenfalls noch viel zu sagen und wir fangen jetzt schon mal an, uns dafür Notizen zu machen.

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