Auf hoher See mit #RHYPLAY

Neuer Tag – neue Schwimmlektion. Diesmal ist sie zeitlich sehr begrenzt, denn die Aufgabe lautet: in zwei Stunden zehn Vorschläge für einen Minibrand zur Kampagne „#RHYLAX – chill with respect“ zu kreieren. Die Zeit läuft ab jetzt. Mit dem tickenden Sekundenzeiger im Hinterkopf nehme ich meinen Block und Stift zur Hand und springe ins Wasser. Loslegen lautet der Plan, doch womit? Ich halte es für einen sinnvollen Einstieg mir die Ziele der Kampagne noch einmal durchzulesen. Gesagt getan. Für alle, die es noch nicht wissen: Die Kampagne #RHYLAX soll den Respekt und die Rücksicht am Rheinbord erneut in Erinnerung der verschiedenen Anspruchsgruppen rufen. Neben Plakaten am Rheinbord ist die Kampagne in Social Media ebenso vertreten: User können auf Facebook oder Instagram Aufnahmen vom Rhein hochladen und so miteinander in Kontakt und Austausch treten.

Die hochgeladenen Bilder von Momentaufnahmen wurden in letzter Zeit durch Videos mit Kurzinterviews ergänzt. Genau für diese Serie an Kurzinterviews wird nun der Minibrand gesucht, meine heutige Schwimmlektion. Verbindung zur laufenden Kampagne erwünscht, nicht zwingend notwendig. Kurz soll es sein, kein Fünfzeiler, sondern im besten Fall maximal drei Wörter. Dabei liegt meine grosse Stärke doch darin, mit vielen Wörtern einen Satz auszuschmücken. Dementsprechend stehen meine Schachtelsätze und ich vor einer mehr als kleinen Herausforderung. Ein ziemlich kaltes Gewässer in dem ich mich heute also befinde, aber ich erhoffe mir durch blosses Losschwimmen zwei Stunden durchzuhalten. Allein für das zweifache Durchlesen der Ziele der Kampagne #Rhylax sind von 120 Minuten bereits sieben Minuten verstrichen. Sieben gut investierte denke ich mir, aber auch sieben lange, zu lang? Vom blossen Zusammenrechnen der verbleibenden Minuten kurz abgelenkt fange ich an die wesentlichen Stichwörter aufzuschreiben. Als wäre ich noch nie im Wasser gewesen bricht eine kleine Panik in mir aus. Allein der Gedanke, nichts aufs Blatt bringen zu könnten kostet mich zwei weitere Minuten. Zahlen haben mich schon immer verunsichert und machen es offensichtlich auch heute – alles auf Anfang.

Ein neues leeres Blatt später fange ich an, meine ersten Ideen zu sammeln. Plötzlich füllt sich das Blatt, wenn auch langsam, mit der eine oder anderen Idee. Mittlerweile kommt mir das Wasser gar nicht mehr so kalt vor und meine Schwimmzüge bringen mich Zug um Zug voran. Doch dann findet ein Anrufer, dass es Zeit für eine Pause ist. Ignorieren ausgeschlossen, ich nehme das Telefon ab. Mit dem Blick auf die Uhr bemerke ich, dass bereits eine gute Stunde vergangen ist. Seit wann fühlen sich 60 Minuten wie zehn an? Schwindl Schär, Kirsten Maier, Hallo? Im gleichen Moment kommt mir die Idee, dass ich eigentlich gerade weiterreden und die Unterbrechung nutzen könnte, um den Anrufer nach seiner Meinung bezüglich meiner ersten Vorschläge zu fragen. Da der Anrufer eher verwirrt wäre, entscheide ich mich spontan doch dazu, ihm einfach erst einmal zuzuhören – sicher ist sicher. Ich erfahre, dem Zuhören sei Dank, dass ein Lieferant in Kürze Plakate hier in der Agentur abholen wird. Ganz dem Tagesziel entsprechend sind es sogar die neuen #RHYLAX-Plakate, die in den nächsten Tagen am Rheinbord aufgehängt werden.

Auf ein Neues versuche ich nach dem Anruf meinen Schwimmrhythmus wieder zu finden und nach weiteren Ideen zu tauchen. Vertieft in weitere Gedanken klopft es wenig später an der Tür: der angekündigte Lieferant. Abgesehen davon, dass der Minutenzeiger deswegen keine Pause einlegt, hat er mehr zu erzählen als es meine eingeplanten fünf Minuten zulassen. Eine kurze Schwimmpause schadet auch den erfahrensten Schwimmern nicht, rede ich mir ein und höre ihm gespannt zu. Nach dieser kleinen Pause setze ich mich erneut an meinen Schreibtisch. Ich tüftle an der einen oder anderen Idee herum und bin nach insgesamt 110 Minuten ganz zufrieden. Mein Zufriedenheitsgefühl setzt sich aus einem nicht leeren Blatt und dem erreichten Ziel, zehn Vorschläge präsentieren zu können zusammen. Gemischt wird das Gefühl mit einer Nervosität und Spannung. Wie habe ich mich wohl in der heutigen Schwimmlektion gemacht? Erleichtert und aufgeregt erwarte ich die Rückmeldung der professionellen Schwimmer.

Und wer hätte es geglaubt, zwei der Vorschläge haben Potential und schwimmen bis Morgen weiterhin im Becken der möglichen Minibrands. Ich für meinen Teil habe heute meine ganze Kraft in 120 Minuten gesteckt. Am nächsten Morgen komme ich mit einem aufgefüllten Energietank im Büro an und was erfahre ich? Einer der Vorschläge belegt den ersten Platz. #RHYPLAY, Sie haben es geschafft! In diesem Moment hätte ich mir gerne den Minibrand stellvertretend für das Seepferdchenabzeichen als erstes Etappenziel auf meine Hose genäht.

Das Logo «#RHYPLAY», das am Ende daraus entstanden ist.Das Logo «#RHYPLAY», das am Ende daraus entstanden ist.

Noch während meines inneren Jubelanfalls stehe ich nach der freudigen Nachricht vor einer neuen Aufgabe. Benötigt wird eine Subzeile für mein gestriges Etappenziel. Hoch motiviert durch mein Erfolgserlebnis nehme ich die Herausforderung an und bewaffne mich sofort mit einem Stift und Blatt. Wie beschreibe ich in aller Kürze was hinter den Videos steckt? Irgendwie habe ich mir den Übergang zwischen einer Idee und einer nächsten einfacher vorgestellt. Nichtsdestotrotz fange ich wieder klassisch mit meiner Stichwortsammlung an. Nur leider bleibt es auch irgendwie dabei, die wesentlichen Informationen stehen auf dem Blatt – allein. Weil der springende Funken noch nicht vorbeigezischt ist, sammle ich einfach weiter und komme auf die Idee der Synonymsuche. Vielleicht kommt mir dann eine prickelnde und passende Idee. Vielleicht aber auch nicht. Wohl oder übel kann ich mein zweites Blatt auch nur bedingt gebrauchen. Ich gebe zu, es schwimmt sich nicht ganz so locker wie auf der Suche nach dem Minibrand. Der heutige Wellengang macht mir zu schaffen und ich wünsche mir einen Schwimmreifen zur Unterstützung, denn das Wasser steht mir mittlerweile bis zum Hals.

Leicht genervt von meinen bisher gesammelten Ideen fange ich noch einmal an, alle guten Dinge sind ja bekanntlich drei. Ein paar Stunden später habe ich zwar einige Sätze auf meinem Blatt, aber für sehr präsentabel halte ich sie nicht. Gefühl hin oder her – der Kunde hat zu entscheiden. Genau das hat er nach der Präsentation der Vorschläge getan.

Für was? Für den Vorschlag „60 Sekunden am Rhein“. Klingt einfach und liest sich auch so, warum nicht gleich?

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